Die Kosten einer künstlichen Befruchtung können übernommen werden, auch wenn das Paar unverheiratet ist.In dem entschiedenen Fall, hat die Klägerin bei dem Regierungspräsidium Kassel eine Beihilfe für die Kosten einer künstlichen Befruchtung beantragt. Sie war mit ihrem Partner nicht verheiratet und verbeamtet. Das Regierungspräsidium lehnte die Beihilfe ab, mithin begrenzen auch die Krankenkassen etwaige Hilfeleistungen nur auf verheiratete Paare, sodass die Klägerin auch von der Hilfeleistung ausgeschlossen werden sollte. Diese klagte und fürte aus, dass das beamtenrechtliche Beihilferecht eben keine Beschränkung auf verheiratete Paare vorsehe und eine eingeschränkte Fruchtbarkeit oder eine gänzliche Unfruchtbarkeit als Krankheit anzusehen sei, die nicht davon abhänge, ob die betroffene Frau verheiratet sei oder nicht. Ein Ausschluss nicht verheitrateter Beamter von der Beihilfe für die künstliche Befruchtung durch Verwaltungsvorschriften, die keine Gesetzesqualität haben, ist nicht möglich.
Mehrbedarfe nach dem SGB II umfassen Bedarfe die nicht durch den Regelbedarf abgedeckt sind.Bei werdenden Müttern wird zum Beispiel nach der zwölften Schwangerschaftswoche ein Mehrbedarf aufgrund des Umstandes der Schwangerschaft anerkannt. Bei Leistungsberechtigten, die aus medizinischen Gründen einer kostenaufwändigen Ernährung bedürfen, wird ebenso ein Mehrbedarf in angemessener Höhe anerkannt.Zudem wird bei Leistungsberechtigten ein Mehrbedarf anerkannt, soweit er im Einzelfall unabweisbar, laufend und nicht nur einmalig besteht. Der Mehrbedarf ist unabweisbar, wenn er insbesondere nicht durch die Zuwendungen Dritter sowie unter Berücksichtigung von Einsparmöglichkeiten der Leistungsberechtigten gedeckt ist und seiner Höhe nach erheblich von einem durchschnittlichen Bedarf abweicht.Das Landessozialgericht hat jetzt entschieden, dass es sich bei den Kosten eines Abiballs nicht um einen einmaligen besonderen Bedarf handelt, der nicht vom Regelbedarf umfasst ist und eine besondere Härte bildet.In dem entschiedenen Fall, beantragte die Schülerin beim Jobcenter die zuschussweise Übernahme der Kosten für ihren Abiball. Hierbei beantragte Sie jeweils 100 Euro für die Anmietung einer Lokalität, 27 Euro für den Eintritt sowie etwa 90 Euro für neue Kleider und Schuhe. Das Gericht wies die Klage ab und wies darauf hin, dass es sich bei dem Abiball nicht um eine schulische Veranstaltung handelt, deren Besuch verpflichtend wäre, möge dieser auch wünschenswert sein. Überdies waren auch nicht sämtliche anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Inanspruchnahme öffentlicher Mittel zu vermeiden.
Leidet ein Schulkind an einer nicht lebensbedrohlichen Krankheit und ist es aufgrund dieser Krankheit angewiesen, gelegentlich Medikamente verabreicht zu bekommen, so kann ein Lehrer unter Umständen verpflichtet werden, die erforderlichen Medikamente dem Kind zu verabreichen.In dem entschiedenen Fall litt ein Kind an einer Form der Epilepsie und war bei einem Anfall darauf angewiesen, krampflösende Medikamente zu erhalten, die mittels einer Spritze dem Kind direkt in den Mund verabreicht werden konnten. Die Mutter des Kindes wollte vor dem Sozialgericht erreichen, dass dem Kind während der Schulzeiten eine Krankenschwester zur Seite gestellt wird, die dem Kind im Falle eines Krampfanfalles das erforderlichen Medikament in dem Mund verabreicht.Das Gericht entschied, dass die Erforderlichkeit einer dauernden Beaufsichtigung durch eine Krankenschwetser nicht gegeben ist, wenn es sich um eine Medikamentengabe handelt, die auch ein medizinisch nicht gebildeter Laie verabreichen kann und keine besonderen Fähigkeiten an die Verabreichung des Medikamentes gestellt werden. Lehrer sind schon aufgrund ihrer besonderen Sorgfaltspflicht zu solchen erste Hilfe Maßnahmen verpflichtet, sodass kein Bedarf für eine dauernde Beaufsichtigung von medizinisch geschultem Personal besteht. Dies erst Recht, wenn es sich um eine Förderschule handelt. Gerade Schulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf, der oft im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen steht, müssen sich auf solche Situationen durch Fortbildungsmaßnahmen sowie Absprachen mit den Sorgeberechtigten der betreffenden Kinder einstellen.
Heimbewohner die wegen psychischer oder körperlicher Beeinträchtigungen in einem Heim untergebracht sind, können von dem Heimträger erwarten, dass er das Heim in der Weise ausgerichtet und organisiert hat, dass Schäden für die Heimbewohner nicht entstehen oder die Gefahr von eintretenden Schäden auf das Mindestmaß reduziert wird. Da nicht jeder Schadenseintritt mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, muss der Heimbetreiber jedenfalls die in einer DIN-Norm beschriebenen Gefahrenlagen beachten und angemessen auf sie reagieren, indem entsprechende Schutzvorkehrungen getroffen werden.Der Heimbetreiber erfüllt seine Obhutspflicht, wenn er mit einem vernünftigen finanziellen und personellen Einsatz nach seinem Ermessen entweder die Empfehlungen der DIN-Norm umsetzt oder aber die erforderliche Sicherheit auf andere Weise gewährleisten, um Schäden der Heimbewohner zu vermeiden.

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Einem zum Minderjährigenunterhalt verpflichteten Elternteil, der sich nach Geburt eines weiteren Kindes dessen Betreuung widmet, kann im Fall einer zu respektierenden Rollenwahl jedenfalls für die ersten beiden Lebensjahre des von ihm betreuten Kindes unterhaltsrechtlich nicht vorgeworfen werden, dass er von der Möglichkeit Gebrauch macht, die Bezugsdauer des Elterngelds zu verdoppeln, und deswegen keine für den Kindesunterhalt ausreichenden Einkünfte hat.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 11.02.2015
Haben die Parteien in einem Scheidungsfolgenvergleich die Zahlung eines unbefristeten Ehegattenunterhalts vereinbart, kann sich der Unterhaltspflichtige nicht auf eine Störung der Geschäftsgrundlage durch spätere Änderungen der Rechtslage berufen, wenn die Parteien in der Ausgangsvereinbarung auf das Recht zur Abänderung des Vergleichs ausdrücklich verzichtet haben.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 11.02.2015
Die in einer Betreuungssache im Namen des Betroffenen eingelegte Rechtsbeschwerde ist unzulässig, wenn der sich für ihn legitimierende Rechtsanwalt nur von dem insoweit nicht vertretungsberechtigten Verfahrenspfleger beauftragt wurde.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 11.02.2015
Der Unterhaltsberechtigte hat gegen den Unterhaltsverpflichteten grundsätzlich einen Anspruch auf Auskunft über seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse.
Oberlandesgericht Oldenburg, Urteil vom 10.02.2015
Da die Stadt Leipzig keine ausreichende Anzahl an Kita-Plätzen zur Verfügung stellen konnte, wurde sie nun zu einer Zahlung von rund 15.
Landgericht Leipzig, Urteil vom 02.02.2015
Die Erforderlichkeit einer Betreuung kann im Einzelfall fehlen, wenn der Betroffene jeden Kontakt mit seinem Betreuer verweigert und der Betreuer dadurch handlungsunfähig ist, also eine ''Unbetreubarkeit'' vorliegt.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.01.2015
Das mittels künstlicher heterologer Insemination gezeugte Kind kann gegen den Reproduktionsmediziner einen aus den Grundsätzen von Treu und Glauben folgenden Anspruch auf Auskunft über die Identität des Samenspenders haben.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.01.2015
Die Anrechnung von Kindererziehungszeiten im Rahmen der beamtenrechtlichen Höchstaltersgrenzen für eine Verbeamtung ist bei gleichzeitiger Ausübung einer Teilzeitstelle nur ausnahmsweise möglich.
Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 22.01.2015
Auch im Bereich der Vermögenssorge kann die Erforderlichkeit der Betreuung nicht allein mit der subjektiven Unfähigkeit des Betreuten begründet werden, seine diesbezüglichen Angelegenheiten selbst zu regeln; vielmehr muss aufgrund konkreter tatrichterlicher Feststellungen die gegenwärtige Gefahr begründet sein, dass der Betreute einen Schaden erleidet, wenn man ihm die Erledigung seiner vermögensrechtlichen Angelegenheiten eigenverantwortlich selbst überließe.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.01.2015
Enthält bei der Genehmigung einer Einwilligung in eine ärztliche Zwangsmaßnahme oder bei deren Anordnung die Beschlussformel keine Angaben zur Durchführung und Dokumentation dieser Maßnahme in der Verantwortung eines Arztes, ist die Anordnung insgesamt gesetzeswidrig und verletzt den untergebrachten Betroffenen in seinen Rechten.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 14.01.2015
 
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